FDP Kreistagsfraktion fordert: Mehr Flexibilität und familienfreundlichere Angebote beim „Pakt für den Ganztag“ im Hochtaunuskreis.

Die FDP-Kreistagsfraktion fordert den Kreisausschuss auf, bei der Umsetzung des „Pakts für den Ganztag“ im Hochtaunuskreis nachzubessern. Anlass sind zahlreiche Rückmeldungen aus Elternschaft und Elternbeiräten die deutlich gemacht haben, wie groß die Verärgerung und Unzufriedenheit in vielen Kommunen des Hochtaunuskreis ist. Auch die Vereinsarbeit im Hochtaunuskreis würde durch die angedachten und unflexiblen Abholzeiten mit Schulpflicht bis 15 Uhr oder 17 Uhr ohne Ausnahmen stark belastet.
Die Unsicherheit für die Eltern ist auch dadurch sehr groß, dass jedes Konzept einzeln zwischen Schule, Kreis und Staatlichem Schulamt abgestimmt werden muss. Dadurch können die einzelnen Schulen momentan auch keine Auskunft darüber geben, wie die Umsetzung des „Pakts für den Ganztag“ an ihrer Schule genau sein wird und was möglich ist. Diese vollkommen unbefriedigende Situation wird sich Stand heute wohl bis ins Frühjahr 2026 ziehen.
Lars Knobloch, Mitglied des Kreistages und selbst Vater einer 6-jährigen Tochter: „Die momentan angebotenen Module mit den beiden festen Abholzeiten sind bei weitem nicht ausreichend und es muss seitens des Hochtaunuskreises und des staatlichen Schulamtes dringend nachgebessert werden. Der Kreisausschuss muss jetzt in die Verantwortung gehen und sich für familienfreundlichere und flexiblere Abholzeiten einsetzen. Es kann nicht sein, dass Eltern ihre Arbeitszeit verkürzen müssen, damit sie ihre Kinder rechtzeitig aus der Schule abholen können. Auch die für das gesellschaftliche Leben in unserem Landkreis so wichtigen Vereine werden durch die buchbaren Module vor große und unnötige Herausforderungen gestellt. Für Kinder, die im 17 Uhr Modul sind besteht Schulpflicht bis zu dieser Zeit. In vielen Vereinen gehen die Trainingseinheiten oder Übungsstunden aber schon früher los. Würde sich an der momentanen Regelung nichts ändern, könnten diese Kinder nicht mehr an den Vereinsangeboten teilnehmen.“
Auch aus Sicht der FDP Kreistagsfraktion ist jetzt der richtige Zeitpunkt, ein einheitliches Vorgehen zu entwickeln. Die bundesgesetzliche Ganztagsgarantie greift ab 2026, und schon jetzt wird deutlich, dass Schulen und Eltern im Kreis Antworten erwarten.
Tim Hordorff, Mitglied der FDP-Kreistagsfraktion, erklärt:„Wir können nicht darauf warten, dass sich jedes Kollegium allein durchkämpft. Der Kreis muss den Rahmen vorgeben: Welche Module gibt es? Welche Abholzeiten? Welche pädagogischen Standards? Und wie wird mit den Schulen abgestimmt? Wenn diese Fragen nicht jetzt geklärt werden, geraten wir spätestens 2026 in echte Schwierigkeiten. Wieso ist das in anderen Kreisen schon längst geplant oder geklärt? Der Blick zum Nachbarn, den Main-Kinzig-Kreis, könnte helfen. Was in anderen Landkreisen möglich ist, muss auch im Hochtaunuskreis umsetzbar sein.“
Um die Umsetzung strukturiert anzugehen, schlägt die FDP vor, dass der Kreis gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt zügig ein Grundlagenpapier erarbeitet, das allen Grundschulen Orientierung gibt – mit klaren Standards und trotzdem Raum für Besonderheiten vor Ort.
Die FDP-Kreistagsfraktion fordert daher:
- Ein umfassender, kreisweiter Rahmen zur Umsetzung des „Pakts für den Ganztag“.
- Einheitliche Mindeststandards für Module, Betreuungsprofile und Abholzeiten.
- Mehr Transparenz für Eltern über flexiblere Buchungsmöglichkeiten und zeitliche Abläufe.
- Gemeinsame Abstimmung zwischen Kreis, Land und Schulamt, statt isolierter Insellösungen.
- Regelmäßige Berichterstattung im Schul- und Sozialausschuss über Fortschritte und offene Punkte.
Wenn der „Pakt für den Ganztag“ im Hochtaunuskreis zu einem Erfolgsmodel werden soll, müssen jetzt schnellstens Verbesserungen her.“, so Knobloch abschließend.

